
Georgien · 2 Std. · Fleisch · Hauptgang · Für Geübte
Katmis Satsivi
Auf Deutsch: Satsiwi (Huhn in Walnusssauce) · Auf Englisch: Chicken Satsivi
Für 6 Personen · metrisch
Huhn in kalter Walnusssauce mit Knoblauch, Gewürzen und Granatapfel
Satsivi ist der festliche Klassiker der georgischen Küche: zartes Huhn, das in einer dicken, nussigen Sauce aus gemahlenen Walnüssen, Knoblauch und Gewürzen über Nacht durchzieht. Gegessen wird es kalt oder bei Raumtemperatur – genau deshalb passt es so gut auf eine Supra oder den Neujahrstisch, wo alles schon fertig steht, wenn die Gäste kommen. Dazu gehört Brot: georgisches Maisbrot (Mchadi) oder Fladenbrot, um die Sauce aufzunehmen, Reis tut es ebenso.
Zutaten
- 1500 gHuhnganz, küchenfertig; alternativ Hähnchenteile oder Brustfilet
- 2000 mlWasserzum Garen des Huhns
- 400 gZwiebeleine Hälfte halbiert in den Sud, der Rest fein gewürfelt für die Sauce
- 2Lorbeerblattfür den Sud
- 10Pfefferkörnerfür den Sud
- 500 mlHühnerbrühevom Kochsud abgenommen und abgeseiht, warm zur Nussmasse geben
- 300 gWalnusskernesehr fein gemahlen, Basis der Sauce
- 6 ZehenKnoblauchmit den Walnüssen zerkleinert
- 2 ELPflanzenölzum Dünsten der Zwiebeln
- 2 ELWeißweinessigfür die Säure der Sauce
- 2 TLKoriander, gemahlen
- 1 TLUtskho SuneliBlauer Bockshornklee (Schabzigerklee), in Georgien Utskho-Suneli genannt: getrocknete, gemahlene Blätter und Samenhülsen mit mildem, heuartig-nussigem Duft.Ersatz: Getrocknete Bockshornkleeblätter aus dem indischen Laden kommen am nächsten, schmecken aber kräftiger und bitterer, daher etwa die Hälfte der Menge nehmen; gemahlene Bockshornkleesamen sind noch herber und nur sehr sparsam brauchbar. Chmeli-Suneli enthält blauen Bockshornklee, bringt aber Koriander, Dill und andere Gewürze mit und verändert so den Charakter des Gerichts.Mehr dazu
- 1 TLimeretischer Safran, ersatzweise edelsüßes PaprikapulverGemahlene, getrocknete Blütenblätter der Studentenblume, ein georgisches Gewürz, das Speisen goldgelb färbt und mild, erdig und leicht herb schmeckt.Ersatz: Einen gleichwertigen Ersatz gibt es nicht. Eine kleine Prise Kurkuma trifft die Farbe, bringt aber einen eigenen, schärferen erdigen Geschmack mit und sollte deutlich sparsamer dosiert werden; getrocknete Ringelblumenblüten aus Apotheke oder Teeladen färben schwächer und schmecken flacher. Echter Safran ist kein Ersatz, er schmeckt ganz anders.Mehr dazu
- ½ TLZimtsparsam dosieren
- ½ TLNelkensparsam dosieren
- ½ TLChiliFlocken, Cayenne oder getrocknete Schote
- 1 TLKurkumafür die Farbe, wo kein Ringelblumenpulver verwendet wird (optional)
- 1 Bundein Teil in die Sauce, der Rest zum Bestreuen; ersatzweise glatte PetersilieDie frischen Blätter und zarten Stiele der Korianderpflanze, mit einem hellen, zitronig-würzigen Aroma.Ersatz: Einen echten Ersatz gibt es nicht: Glatte Petersilie bringt Frische und Farbe, aber nicht das eigentümliche Aroma, und getrocknetes Koriandergrün schmeckt kaum nach etwas. Fehlt es, nimmt man lieber mehr von den übrigen frischen Kräutern, als das Gericht für dasselbe zu halten.Mehr dazu
- 100 gGranatapfelkernezum Garnieren
- 2Eigelbzum Binden der Sauce, temperiert einrühren (optional)
- 1 ELGranatapfelsirupfür fruchtige Säure in der Sauce (optional)
- Salzfür Sud und Sauce
- Schwarzer Pfeffergemahlen, zum Abschmecken
Zubereitung
- Das Huhn sanft garenDas Huhn mit dem Wasser, der halbierten Zwiebel, Lorbeerblättern, Pfefferkörnern und Salz aufsetzen, einmal aufkochen und den Schaum sorgfältig abschöpfen. Dann 40 bis 60 Minuten sanft köcheln lassen, bis das Fleisch gar ist.
- Brühe absieben und beiseitestellenDas Huhn herausnehmen und abkühlen lassen. Die Brühe absieben und etwa 500 ml davon warm beiseitestellen.
- Das Fleisch auslösen und zupfenHaut und Knochen entfernen und das Fleisch in mundgerechte Stücke zupfen oder tranchieren.
- Die Walnusspaste herstellenDie Walnusskerne sehr fein mahlen – im Fleischwolf oder in der Küchenmaschine – und zusammen mit dem Knoblauch, einem Teil des Koriandergrüns, gemahlenem Koriander, blauem Bockshornklee, Ringelblumenpulver, Zimt, Nelken und Chili zu einer öligen Paste verarbeiten. Wer kein Ringelblumenpulver hat, gibt Kurkuma für die Farbe dazu.
- Zwiebeln glasig dünstenDie restlichen Zwiebeln fein würfeln und im Pflanzenöl bei mittlerer Hitze weich dünsten, ohne dass sie Farbe nehmen.
- Die Sauce mit Brühe bindenDie Nusspaste mit den Zwiebeln verbinden und die warme Brühe kellenweise einrühren, bis eine glatte, gießfähige Sauce entsteht. Bei schwacher Hitze unter Rühren nur erwärmen beziehungsweise kurz ziehen lassen – die Sauce darf nicht kochen. Wer eine gebundenere Sauce möchte, temperiert die Eigelbe mit etwas warmer Sauce und zieht sie unter, ohne die Sauce aufkochen zu lassen.
- Kräftig abschmeckenWeißweinessig und Salz einrühren und die Sauce kräftig abschmecken, mit schwarzem Pfeffer nachwürzen. Sie soll deutlich nach Knoblauch, Säure und Gewürzen schmecken, da sie kalt milder wirkt.
- Fleisch einlegen und durchziehen lassenDie Fleischstücke in die Sauce geben und vollständig damit überziehen. Alles auf Raumtemperatur abkühlen lassen, dann mindestens 4 Stunden, besser über Nacht kalt stellen – dabei dickt die Sauce ein und das Walnussöl tritt aus.
- Garnieren und servierenKalt oder bei Raumtemperatur servieren, mit dem restlichen Koriandergrün und den Granatapfelkernen bestreuen. Mchadi, Fladenbrot oder Reis dazu reichen.
Tipps und Varianten
Die Walnüsse lassen sich vor dem Mahlen trocken anrösten, das gibt mehr Tiefe; wer die Nusspaste durch ein Tuch presst, kann das gewonnene Walnussöl zum Schluss über das Gericht träufeln. Ein Esslöffel Granatapfelsirup bringt fruchtige Säure in die Sauce, ein Löffel Tahini macht sie cremiger, und wer möchte, brät die gegarten Hühnerteile vor dem Saucieren kurz in Öl goldbraun. Ohne georgische Spezialgewürze arbeitet man mit Kurkuma und Kreuzkümmel beziehungsweise Estragon statt blauem Bockshornklee und Ringelblume. Eilige garen Hähnchenfilets direkt in der Walnusssauce und servieren das Ganze warm mit Reis – klassisch kommt Satsivi aber kalt auf den Tisch, mit Granatapfelkernen und Brot zum Auftunken.
Allergene
Enthält: Glutenhaltiges Getreide, Schalenfrüchte (Nüsse), Schwefeldioxid und Sulfite
Kann enthalten, wenn du die optionalen Zutaten verwendest: Eier
Die Angaben ergeben sich aus der Zutatenliste dieses Rezepts. Fertigprodukte und Marken können weitere Allergene enthalten — bitte prüfe die Verpackungen selbst.
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Dieses Rezept ist sorgfältig aus unabhängigen Quellen zusammengetragen und geprüft worden. Trotzdem kann sich ein Fehler einschleichen — eine Menge, die nicht aufgeht, ein Schritt, der so nicht funktioniert. Wenn dir etwas auffällt, schreib uns: Wir sehen es uns an und bessern nach.


