
Georgien · 100 Min. · Fleisch · Hauptgang · Für Geübte
Tolma
Auf Deutsch: Tolma (gefüllte Weinblätter)
Für 8 Personen · metrisch
Gefüllte Weinblätter mit Hackfleisch, Reis und viel Kraut — dazu kalte Knoblauch-Joghurt-Sauce
Tolma ist die georgische Fassung eines Gerichts, das man in vielen Ländern in zahllosen Varianten kennt: kleine Weinblattröllchen mit Hackfleisch, Reis und einer ordentlichen Portion frischer Kräuter — Koriandergrün, Dill, Minze, rotes Basilikum, Estragon. Dazu gehört eine kalte Sauce aus Matsoni mit Knoblauch, die den warmen Röllchen genau die Frische gibt, die sie brauchen. Ein Gericht für die lange Tafel, für die Supra, und für alle Frühlings- und Sommertage, an denen man Zeit zum Rollen hat.
Zutaten
- 50Weinblätterfrisch oder eingelegt; frische kurz blanchieren, eingelegte gut wässern
- 700 gHackfleischgemischt, Rind mit Schwein oder Lamm
- 150 gReisgewaschen, roh oder kurz vorgegart in die Füllung
- 2Zwiebelfein gewürfelt oder mitgewolft
- 5 ZehenKnoblauchfür Füllung und Joghurtsauce
- 50 gfein gehacktDie frischen Blätter der Korianderpflanze, mit einem hellen, zitronigen, leicht seifigen Aroma.Ersatz: Einen echten Ersatz gibt es nicht: Glatte Petersilie bringt Grün und Frische, aber nicht das eigentümliche, zitronige Aroma, und getrocknetes Koriandergrün schmeckt nach fast nichts.Mehr dazu
- 15 gDillfein gehackt
- 15 gMinzefein gehackt, in die Füllung
- 50 gBasilikummöglichst rotes Basilikum, fein gehackt
- 15 gnur die Blätter, fein gehacktFrisches Würzkraut mit schmalen Blättern und deutlichem Anis-Ton, das in der georgischen Küche oft bundweise verwendet wird.Ersatz: Wo Estragon in großer Menge frisch hineingehört, gibt es keinen guten Ersatz, denn getrockneter Estragon schmeckt flach und heuartig. Kerbel oder Fenchelgrün treffen den Anis-Ton am ehesten, sind aber milder und weniger würzig.Mehr dazu
- 1 BundPetersilieals weiteres Kraut in der Füllung (optional)
- 1 TLPaprikapulveredelsüß
- 1 TLgeorgische Gewürzmischung für die Füllung (optional)Georgische Gewürzmischung aus getrockneten Kräutern und gemahlenen Samen, vor allem Schabziegerklee, Koriander und Ringelblume, würzig-nussig und kräuterig.Ersatz: Eine Mischung lässt sich annähernd selbst herstellen: gemahlener Koriander zu gleichen Teilen mit getrocknetem Dill, Bohnenkraut und Minze, dazu wenig gemahlener Bockshornklee oder besser getrocknete Bockshornkleeblätter aus dem indischen Laden. Gewöhnlicher Bockshornklee ist bitterer und schärfer als Schabziegerklee und sollte sparsam dosiert werden; ohne Ringelblume fehlen Farbe und der erdige Ton, eine Prise Kurkuma ersetzt nur die Farbe. Das Ergebnis schmeckt erkennbar ähnlich, aber nicht gleich.Mehr dazu
- 1 TLKoriander, gemahlenfür die Füllung (optional)
- ½ TLChiliflockenmöglichst getrockneter roter Paprika aus Georgien (optional)
- Schwarzer Pfefferfrisch gemahlen
- Salzfür Füllung, Kochwasser und Sauce
- 500 mlWasserheiß, zum Garen der Röllchen
- 300 gfür die kalte KnoblauchsauceGeorgische Sauermilch, ähnlich einem dünnen, kräftig säuerlichen Naturjoghurt.Ersatz: Naturjoghurt aus Vollmilch, nicht abgetropft und nicht griechisch, mit etwas Milch oder Kefir glattgerührt, kommt Konsistenz und Säure recht nahe. Er schmeckt etwas milder und runder; wer die frische Säure vermisst, kann einen Anteil Kefir oder Buttermilch erhöhen.Mehr dazu
- 1 PriseZimtin der Joghurtsauce (optional)
- 50 gButterin die Füllung (optional)
- 1 ELOlivenölfür die Füllung (optional)
Zubereitung
- Frische Weinblätter kurz in Salzwasser blanchieren oder mit kochendem Wasser übergießen und abschrecken; eingelegte Blätter gründlich spülen und wässern. Alle Blätter trockentupfen und harte Stiele abschneiden.
- Den Reis waschen, bis das Wasser klar bleibt. Wer mag, gart ihn 5 bis 10 Minuten vor, gießt ihn ab und lässt ihn abkühlen — roh funktioniert er genauso.
- Hackfleisch mit Reis, fein gewürfelter Zwiebel, Knoblauch, den gehackten Kräutern, Paprikapulver, Chmeli Suneli, gemahlenem Koriander, Chiliflocken, Pfeffer und Salz gründlich vermengen. Butter und Olivenöl machen die Füllung saftiger.
- Ein Blatt mit der glatten Seite nach unten auflegen, etwa einen Esslöffel Füllung ans Stielende setzen, das Blatt unten einschlagen, die Seiten einklappen und zu einem kleinen Zylinder rollen — nicht zu stramm, der Reis braucht Platz.
- Den Topfboden mit einigen Weinblättern auslegen und die Röllchen mit der Naht nach unten dicht an dicht in Schichten einsetzen.
- Heißes Wasser oder Brühe angießen, bis die Röllchen knapp bedeckt sind, und einen umgedrehten Teller als Gewicht auflegen, damit nichts aufgeht.
- Zugedeckt bei schwacher Hitze 30 bis 50 Minuten garen, bis der Reis weich ist und die Blätter nachgeben.
- In der Zwischenzeit Matsoni oder Naturjoghurt mit zerdrücktem Knoblauch und Salz verrühren und kalt stellen.
- Die Tolma warm aus dem Topf heben und mit der kalten Knoblauch-Joghurt-Sauce servieren.
Tipps und Varianten
Beim Hack hat man freie Hand: Rind mit Schwein, Rind mit Lamm oder sortenrein Rind beziehungsweise Lamm. Auch beim Kräuterprofil gibt es zwei gute Wege — einmal Koriandergrün, Dill und Minze, einmal Koriandergrün mit rotem Basilikum, Dill und Estragon. Die Sauce verträgt eine Prise Zimt und etwas Zucker; statt Matsoni passt auch Schmand oder saure Sahne. Tolma schmeckt warm am besten, aber auch lauwarm — und am nächsten Tag bei Zimmertemperatur sind die Röllchen fast noch runder im Geschmack.
Allergene
Enthält: Milch (einschließlich Laktose)
Die Angaben ergeben sich aus der Zutatenliste dieses Rezepts. Fertigprodukte und Marken können weitere Allergene enthalten — bitte prüfe die Verpackungen selbst.
Stimmt etwas nicht?
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